Farnesen ist ein Sesquiterpen, ein natürlicher Duftstoff mit holzig-grünem Geruch. Bekannt ist es aus der Schale von Äpfeln und aus manchen Hopfensorten, und auch Hanf bildet Farnesen.
Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Farnesen chemisch ist, welche Formen es gibt, wo es vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil liest. Das Zusammenspiel der Aromastoffe der Hanfpflanze beschreibt der Ratgeber Terpene in Hanf und Cannabis. Sorten mit ausgewiesenem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.
Farnesen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt
Farnesen ist kein einzelner Stoff, sondern eine kleine Gruppe eng verwandter Verbindungen mit derselben Summenformel C15H24. Als Sesquiterpene bestehen sie aus drei Isopren-Einheiten und haben fünfzehn Kohlenstoffatome, fünf mehr als Monoterpene wie Myrcen oder Limonen. Das Molekül ist offenkettig, es enthält also keinen Ring. Für Alpha-Farnesen nennt die Stoffdatenbank PubChem einen Siedepunkt von 260 bis 262 °C bei Normaldruck.
| Stoffklasse | Sesquiterpen (offenkettig) |
|---|---|
| Summenformel | C15H24 |
| Formen | Alpha-Farnesen und Beta-Farnesen |
| Duft | holzig und grün; Alpha-Form mit blumiger Note, Beta-Form zitrisch und krautig |
| Vorkommen in der Natur | Apfelschale, Hopfen, Hanf |
| Siedepunkt | 260 bis 262 °C bei Normaldruck für Alpha-Farnesen (Quelle: PubChem, Human Metabolome Database) |
Alpha oder Beta: zwei Formen, zwei Duftbilder
Die beiden wichtigsten Formen heißen Alpha-Farnesen und Beta-Farnesen. Sie unterscheiden sich in der Lage einer Doppelbindung, und das genügt für einen anderen Geruch. Eine Arbeit zum Hopfengenom aus dem Jahr 2023 beschreibt Alpha-Farnesen als holzig und grün mit blumiger Nuance, Beta-Farnesen als holzig, zitrisch und krautig.
Beta-Farnesen hat in der Natur noch eine zweite Aufgabe: Laut PubChem ist es bei den meisten Blattlausarten das Alarmpheromon, also der Duftstoff, mit dem die Tiere einander warnen. Viele Terpenprofile nennen nur Farnesen, ohne die Form anzugeben. Dann sind meist beide Formen zusammengefasst.
Wo kommt der Duftstoff in der Natur vor?
Am besten untersucht ist Alpha-Farnesen im Apfel. Eine Studie aus dem Jahr 2020 beschreibt es als flüchtiges Sesquiterpen, das in der Apfelschale reichlich vorkommt und dort für die Abwehr der Pflanze und das Anlocken von Insekten eine Rolle spielt.
Die zweite bekannte Quelle ist Hopfen. Ob ein Hopfenöl Alpha- und Beta-Farnesen enthält oder nicht, gilt als Merkmal, an dem sich Sorten unterscheiden lassen. Im Hopfen steht Farnesen neben Humulen, einem weiteren Sesquiterpen. Außerhalb der Pflanzenwelt führt PubChem Farnesen als Duftstoff und als Aromastoff für Lebensmittel.
Welche Rolle spielt es in Hanf?
Hanf bildet Farnesen in den Drüsenhaaren seiner Blüten. In einer Untersuchung der Nutzhanf-Sorte Finola gehörte es zusammen mit Beta-Caryophyllen, Humulen und Bergamoten zu den häufigsten Sesquiterpenen. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 führt Alpha- und Beta-Farnesen für mehrere Cannabis-Chemotypen auf, mit Gehalten, die je nach Sorte weit auseinanderliegen.
Im Profil steht Farnesen für eine grüne, holzige Note. Als Sesquiterpen ist es schwerer und weniger flüchtig als die Monoterpene, die den ersten Geruchseindruck einer Blüte prägen. Es gehört deshalb eher zu den Grundnoten eines Aromas. Wer zwei Sorten vergleicht, achtet weniger auf einen einzelnen Namen als auf die Reihenfolge der Stoffe im Profil: Welches Terpen steht vorn, welches folgt?
Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Farnesen derzeit bei keiner Sorte (Stand Oktober 2026). Jede Angabe gilt für eine Charge: Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite. Im Glossar findest du als weiteren Eintrag Nerolidol.
Was die Forschung untersucht
Farnesen wird vor allem in der Pflanzenforschung untersucht: wie Apfel, Hopfen und Hanf den Stoff bilden und welche Enzyme daran beteiligt sind. Aus dem Nachweis von Farnesen in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.








