Terpenes: Knowledge About the Hemp Plant's Aromatic Compounds

Ocimen: krautig-blumiger Duft, Formen und Vorkommen

Jona Decker by Jona Decker3 min read

Key points at a glance

  • Ocimen ist ein offenkettiges Monoterpen mit der Summenformel C10H16.
  • Gemeint ist meist Beta-Ocimen, das als cis- und als trans-Form vorkommt.
  • Der Duft wird als warm, krautig und blumig beschrieben.
  • Der Siedepunkt von Beta-Ocimen liegt bei etwa 177 °C.
  • Beta-Ocimen gehört zu den häufigsten Duftstoffen in Blütendüften und wurde auch in Nutzhanf nachgewiesen.
Weiße und gelbe Löwenmäulchen-Blüten neben einer getrockneten Hanfblüte auf hellem Leinen

At a glance

Du hast den Begriff Ocimen in einem Terpenprofil gelesen und willst wissen, was dahintersteckt. Der Beitrag erklärt den Stoff chemisch, beschreibt Duft, Formen und Vorkommen, nennt den Siedepunkt und zeigt, wie du die Angabe in einem Sortenprofil liest.

Ocimen ist ein offenkettiges Monoterpen, ein flüchtiger Duftstoff mit warmem, krautigem und blumigem Geruch. Gemeint ist meist Beta-Ocimen, das zu den häufigsten Duftstoffen in Blütendüften zählt und auch in Hanf vorkommt.

Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Ocimen chemisch ist, welche Formen es gibt, wo es vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil liest. Den Überblick über alle Aromastoffe der Hanfpflanze gibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Welche Sorten Ocimen im Profil führen, siehst du bei unseren CBD Blüten: Dort steht zu jeder Sorte das Terpenprofil, dazu Herkunft, Anbautyp und ein Laborzertifikat je Charge.

Ocimen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Chemisch ist Beta-Ocimen eine offene Kette mit drei Doppelbindungen und der Summenformel C10H16. Dieselbe Formel haben Limonen und Terpinolen, die aber ringförmig gebaut sind. Von Beta-Ocimen gibt es eine cis- und eine trans-Form, die sich an der mittleren Doppelbindung unterscheiden. Die Stoffdatenbank PubChem nennt für Beta-Ocimen einen Siedepunkt von 177 °C und beschreibt den Duft als warm und krautig.

Stoffklasse Monoterpen (offenkettig)
Summenformel C10H16
Duft warm, krautig und blumig
Vorkommen in der Natur Blütendüfte vieler Pflanzenfamilien, Hopfen, Hanf
Siedepunkt etwa 177 °C (Quelle: PubChem, JECFA)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüten Orange X, Cream Mandarin und Hulkberry

Wo kommt der Duftstoff vor, und welche Aufgabe hat er in Pflanzen?

Beta-Ocimen wird von Blättern und Blüten sehr vieler Pflanzenarten abgegeben. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 zählt es zusammen mit Limonen und Linalool zu den häufigsten Stoffen in Blütendüften, quer durch die Pflanzenfamilien. Die trans-Form ist dabei häufiger und wird in größeren Mengen abgegeben als die cis-Form.

Weil der Stoff in so vielen Blütendüften steckt, vermutet die Arbeit, dass er Bestäuber anlockt. Sie weist aber darauf hin, dass direkte Verhaltensversuche mit Insekten dazu noch fehlen. Belegt ist eine zweite Aufgabe: Viele Pflanzen geben Beta-Ocimen aus den Blättern ab, nachdem Insekten daran gefressen haben.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Hanf bildet seine Duftstoffe in den Drüsenhaaren der Blüten, den Trichomen. In einer Untersuchung der Nutzhanf-Sorte Finola aus dem Jahr 2017 gehörte trans-Beta-Ocimen zu den häufigsten Monoterpenen im Harz, neben Myrcen, Alpha-Pinen, Limonen, Beta-Pinen und Terpinolen. Die Arbeit beschreibt auch ein Enzym der Sorte, das genau diese Form bildet. Die Anteile schwankten von Pflanze zu Pflanze deutlich.

In Laboranalysen von Cannabis werden cis- und trans-Ocimen teils getrennt aufgeführt, teils steht nur Ocimen im Bericht. Für das Aroma einer Sorte steht der Stoff für eine süßliche, krautig-blumige Note.

So liest du die Angabe im Terpenprofil

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Ocimen bei den Blüten Orange X, Cream Mandarin und Hulkberry. Die Profile beschreiben ein süßes, fruchtiges und leicht blumiges Aroma. Daneben stehen weitere Duftstoffe, bei Cream Mandarin und Hulkberry etwa Terpinolen, bei Orange X Myrcen. Beim Lesen helfen drei Punkte:

  • Steht nur Ocimen im Profil, sind die Formen meist zusammengefasst.
  • Die Kombination entscheidet: Neben Terpinolen entsteht ein anderes Aroma als neben Myrcen.
  • Die Angabe gilt für eine Charge, nicht für die Sorte insgesamt.

Ocimen ist flüchtig, Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.

Was die Forschung untersucht

Die Übersichtsarbeit von 2017 betrachtet Ocimen aus Sicht der Pflanzenökologie: Sie fragt, wann und wo Pflanzen den Stoff abgeben und wie Insekten darauf reagieren. Eine Übersichtsarbeit zu Cannabis aus dem Jahr 2022 führt Ocimen unter den Terpenen, die Analysen der Pflanze üblicherweise betrachten. Aus dem Nachweis in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.


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Häufige Fragen zu Ocimen

Ocimen ist der Sammelname für mehrere eng verwandte Formen. In Pflanzen und in Terpenprofilen ist fast immer Beta-Ocimen gemeint. Davon gibt es eine cis- und eine trans-Form, die trans-Form ist in Blütendüften die häufigere.

Fachquellen beschreiben den Duft von Beta-Ocimen als warm und krautig, das Aromaprofil als blumig. Die Terpenprofile im CBDÍA-Sortiment nennen ein süßes, fruchtiges und leicht blumiges Aroma.

Beta-Ocimen ist einer der häufigsten Duftstoffe in Blütendüften. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 hält es für wahrscheinlich, dass der Stoff Bestäuber anlockt, weist aber darauf hin, dass direkte Verhaltensversuche mit Insekten dazu fehlen. Blätter geben Beta-Ocimen außerdem nach Insektenfraß ab.

Nein. Beide sind offenkettige Monoterpene mit der Summenformel C10H16, die Doppelbindungen sitzen aber an unterschiedlichen Stellen. Deshalb riechen die Stoffe verschieden und werden in Laboranalysen getrennt ausgewiesen.

Sources

These sources support the factual statements in this article.

  1. beta-Ocimene (CID 18756), Abschnitte Boiling Point, Physical Description und FEMA Flavor Profile, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H16, den Aufbau als offene Kette mit drei Doppelbindungen (3,7-Dimethylocta-1,3,6-trien), den Siedepunkt von 177 °C (JECFA), den warmen, krautigen Duft, das blumige Aromaprofil und das Vorkommen in Hopfen.
  2. β-Ocimene, a Key Floral and Foliar Volatile Involved in Multiple Interactions between Plants and Other Organisms (Molecules 22(7):1148, DOI 10.3390/molecules22071148), Farré-Armengol, Filella, Llusià, Peñuelas; Molecules (2017)Stützt, dass Beta-Ocimen ein offenkettiges Monoterpen mit einer cis- und einer trans-Form ist, dass die trans-Form häufiger ist, dass der Stoff mit Limonen und Linalool zu den häufigsten Blütenduftstoffen vieler Pflanzenfamilien gehört, dass eine Rolle beim Anlocken von Bestäubern vermutet wird, direkte Verhaltensversuche aber fehlen, und dass Blätter den Stoff nach Insektenfraß abgeben.
  3. Terpene synthases from Cannabis sativa (PLoS One 12(3):e0173911, DOI 10.1371/journal.pone.0173911), Booth, Page, Bohlmann; PLoS One (2017)Stützt, dass Hanf Terpene in den Drüsenhaaren der Blüten bildet, dass trans-Beta-Ocimen in der Nutzhanf-Sorte Finola zu den häufigsten Monoterpenen gehört, dass ein Enzym der Sorte diese Form bildet und dass die Profile zwischen einzelnen Pflanzen deutlich schwanken.
  4. Secondary Terpenes in Cannabis sativa L.: Synthesis and Synergy (Biomedicines 10(12):3142, DOI 10.3390/biomedicines10123142), Chacon, Raup-Konsavage, Vrana, Kellogg; Biomedicines (2022)Stützt, dass Ocimen zu den Terpenen gehört, die Analysen von Cannabis üblicherweise betrachten, und dass cis- und trans-Ocimen dort getrennt aufgeführt werden.
About the author

Jona Decker

Jona Decker is an author and editor specialising in CBD, cannabinoids and cannabis law. He studied business administration with a specialisation in empirical economic research and has been writing about cannabidiol since 2020. He has written for the magazine CBD360 since October 2020, where he now also co-heads the editorial team. For CBDÍA, he classifies products objectively, based on the lab certificate for each batch and documented origin.