Ocimen ist ein offenkettiges Monoterpen, ein flüchtiger Duftstoff mit warmem, krautigem und blumigem Geruch. Gemeint ist meist Beta-Ocimen, das zu den häufigsten Duftstoffen in Blütendüften zählt und auch in Hanf vorkommt.
Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Ocimen chemisch ist, welche Formen es gibt, wo es vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil liest. Den Überblick über alle Aromastoffe der Hanfpflanze gibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Welche Sorten Ocimen im Profil führen, siehst du bei unseren CBD Blüten: Dort steht zu jeder Sorte das Terpenprofil, dazu Herkunft, Anbautyp und ein Laborzertifikat je Charge.
Ocimen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt
Chemisch ist Beta-Ocimen eine offene Kette mit drei Doppelbindungen und der Summenformel C10H16. Dieselbe Formel haben Limonen und Terpinolen, die aber ringförmig gebaut sind. Von Beta-Ocimen gibt es eine cis- und eine trans-Form, die sich an der mittleren Doppelbindung unterscheiden. Die Stoffdatenbank PubChem nennt für Beta-Ocimen einen Siedepunkt von 177 °C und beschreibt den Duft als warm und krautig.
| Stoffklasse | Monoterpen (offenkettig) |
|---|---|
| Summenformel | C10H16 |
| Duft | warm, krautig und blumig |
| Vorkommen in der Natur | Blütendüfte vieler Pflanzenfamilien, Hopfen, Hanf |
| Siedepunkt | etwa 177 °C (Quelle: PubChem, JECFA) |
| Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil | CBD Blüten Orange X, Cream Mandarin und Hulkberry |
Wo kommt der Duftstoff vor, und welche Aufgabe hat er in Pflanzen?
Beta-Ocimen wird von Blättern und Blüten sehr vieler Pflanzenarten abgegeben. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 zählt es zusammen mit Limonen und Linalool zu den häufigsten Stoffen in Blütendüften, quer durch die Pflanzenfamilien. Die trans-Form ist dabei häufiger und wird in größeren Mengen abgegeben als die cis-Form.
Weil der Stoff in so vielen Blütendüften steckt, vermutet die Arbeit, dass er Bestäuber anlockt. Sie weist aber darauf hin, dass direkte Verhaltensversuche mit Insekten dazu noch fehlen. Belegt ist eine zweite Aufgabe: Viele Pflanzen geben Beta-Ocimen aus den Blättern ab, nachdem Insekten daran gefressen haben.
Welche Rolle spielt es in Hanf?
Hanf bildet seine Duftstoffe in den Drüsenhaaren der Blüten, den Trichomen. In einer Untersuchung der Nutzhanf-Sorte Finola aus dem Jahr 2017 gehörte trans-Beta-Ocimen zu den häufigsten Monoterpenen im Harz, neben Myrcen, Alpha-Pinen, Limonen, Beta-Pinen und Terpinolen. Die Arbeit beschreibt auch ein Enzym der Sorte, das genau diese Form bildet. Die Anteile schwankten von Pflanze zu Pflanze deutlich.
In Laboranalysen von Cannabis werden cis- und trans-Ocimen teils getrennt aufgeführt, teils steht nur Ocimen im Bericht. Für das Aroma einer Sorte steht der Stoff für eine süßliche, krautig-blumige Note.
So liest du die Angabe im Terpenprofil
Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Ocimen bei den Blüten Orange X, Cream Mandarin und Hulkberry. Die Profile beschreiben ein süßes, fruchtiges und leicht blumiges Aroma. Daneben stehen weitere Duftstoffe, bei Cream Mandarin und Hulkberry etwa Terpinolen, bei Orange X Myrcen. Beim Lesen helfen drei Punkte:
- Steht nur Ocimen im Profil, sind die Formen meist zusammengefasst.
- Die Kombination entscheidet: Neben Terpinolen entsteht ein anderes Aroma als neben Myrcen.
- Die Angabe gilt für eine Charge, nicht für die Sorte insgesamt.
Ocimen ist flüchtig, Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.
Was die Forschung untersucht
Die Übersichtsarbeit von 2017 betrachtet Ocimen aus Sicht der Pflanzenökologie: Sie fragt, wann und wo Pflanzen den Stoff abgeben und wie Insekten darauf reagieren. Eine Übersichtsarbeit zu Cannabis aus dem Jahr 2022 führt Ocimen unter den Terpenen, die Analysen der Pflanze üblicherweise betrachten. Aus dem Nachweis in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.








